Kinder- und Jugendliteratur
Part 1

a one-day conference on 18 November2000 at the LSE London,
Room A144, Houghton Street, London WC2A 2AE

 

SPRACHSPIELE

(nach Anregungen von Renate Welsh)


1. Schneckenspiel:
Man/Frau nennt einen Begriff, ein Wort und schreibt schneckenhausmäßig die Assoziationen der Lernenden darum herum. Dann macht man/frau eine oder mehrere Linien von der Mitte aus an die Peripherie. Die hier miteinander verbundenen Wöter bilden die Bausteine für eine kleine Geschichte.

2. Absurdes Theater:
Jeder schreibt einen positiven und einen negativen Satz auf, die anschließend laut vorgelesen werden.

3. Assoziationsketten:
Jede/r TeilnehmerIn schreibt alle Buchstaben seines/ihres Namens vertikal auf ein Blatt und schreibt danach waagerecht Wörter (oder auch einmal den Namen des/r Herzallerlieb-sten), die diese Buchstaben als Anfangsbuchstaben enthalten. X und Y sind Joker, d.h. man/frau kann jedes beliebige Wort hier einsetzen. Danach werden die Blätter vertauscht und alle sind aufgefordert, zu diesen Wörtern (und es sind zum Teil Adjektive oder Substantive) kurze Texte zu verfassen. Nach einer angemessenen Zeit sammelt der/die KursleiterIn alle Blätter wieder ein. Jeder Text wird ausdrucksvoll vorgetragen (also besser vom/von derLehrerIn!) und die namentlich 'genannten' Leute gefragt, ob sie das Geschenk (d.h. den Text) annehmen.

4. Textbeispiele (ohne Namen):
(erstellt von KursteilnehmerInnen am 18. November 2000)

Sie ist eine Praktikerin. Ich mag energische Leute nicht. Wie erklärst du das Wort "Reisen" dem Kind? Es schien innerlich zerstört zu sein. Warum kommst du so spät nach Hause? Kennst du ein Rezept für Ananasauflauf? Wir werden uns nachher noch sehen können.

Reisen ist das wichtigste ihrer Hobbys — sie war auf die Insel sehr neugierig. Dort lebte die alte, graue Katze an einem kleinen See. Alles war sehr exotisch — sie hat aus Kokosnüssen getrunken.

Du hast offensichtlich im Moment mehr Inspiration. Du schreibst, als ob Du gerade auf einem sonnigen Strand ein Urlaubstagebuch schreibst, und als ob Du während der Auslandsferien in der Natur (oder war es Amerika?) sehr viel erlebt hast! Ich freue mich schon auf diesen Bericht!

Während des Abiturunterrichts hatte Celia einen Aufsatz bekommen, und nach seinem Lesen fiel ihr ein, dass sie gestern einen Igel im Garten gesehen hatte. Warum ihn nicht für ein kleines culinarisches Experiment verwenden? So könnte man ihn doch in Lehm backen und zur Abiturparty auftischen.

Anna und ihre Oma reiten zusammen in den Wald. Anna hat in der Schule eine Vase aus Ton gebastelt und möchte sie ihrer Mutter zum Geburtstag in die Hand geben. Sie suchen jetzt Arnika-Blumen, die in die Vase passen.

Während meiner vielen Reisen habe ich energisch nach dem von Dir so geliebten Porzellan gesucht. Habe leider nichts, außer einer Trompete für mich gefunden, aber ich werde dich als Trost zum Essen einladen.

Der schweizer Gast im englischen Hotel (Room 36, third floor) fand beim Betreten des Zimmers eine Schale mit Undefinierbarem auf dem Tisch - "Ist das essbar?", fragte er sich. "Ja." sagte das Hausgespenst, ein Enkel des Lord Dunsany, "iss nur, die Folgen sind unabsehbar."

Als Studentin mochte sie den Trubel beim Ananasessen, während sie innerlich auf Reisen nach Deutschland ging.

Es war einmal ein Mann, der war sehr schlau. Um seine Intelligenz noch weiter auszubauen, ihr neuen Zündstoff zu geben, ging er an einem schönen Samstag morgen zu einer Tagung in der LSE. Sein Geist hüpfte, die Synapsen kochten. Doch ach, was wurde ihm ob dieser Synapsenkocherei doch heiß. Er sehnte sich nach frischer Luft, nach Auslauf ... Immerhin war es ja sehr spannend hier, wenn es nur nicht so heiß wäre. Also, E.T.A.Hoffmann, .... seine Gedanken wanderten. Er sah sich auf einer Insel, ins Abendrot blickend. Kreatives Schreiben, die Hitze fiel ihm nicht mehr auf, er schrieb sich üugig, zügig hin zu seinem Abendrot.

Ich möchte auch intelligenzhungrig sein, wenn ich das mit einer innerlich intensiven, idealistischen Haltung verbinden könnte. Gutgläubig sein ist auch schön, aber manchmal gefährlich. Neugierig muss man immer sein. Immerhin ist es auch sehr nützlich, ab und zu rebellisch zu sein. Wenn man gerne isoliert auf einer Insel lebt, kann man die Natur direkt geniessen.

Ich wünsche dir Arbeit mit Vergnügen. Ich hoffe, Du triffst in Neuseeland viele unterhaltsame Leute. Konstruktive Kritik möge den Geist lebendig halten. Abwechslungsreiches Essen, ohne an die Figur denken zu müssen.

Ein Immergrün schlenderte durch die Gasse, als plötzlich Otto auf es zukam. Langsam begannen die beiden, sich zu unterhalten, doch es gab ein Problem: das Immergrün wollte endlich auch einen Namen haben, denn immer nur mit der Gattungsbezeichnung angesprochen zu werden, wurde ihm ehrlich zu viel.
"Machen wir doch ein Experiment", schlug Otto vor. "Probieren wir wie im Theater verschiedene Namen und Rollen aus."
"Lieber Otto, was für Namen gibt's denn?"
- David, Simon, Stephen
- Ja, der gefällt mir.
- Ehrlich?
- Zufrieden mit so einem treuen Namen? Wozu brauchst Du ihn denn?

Der Irrwisch
Ein Irrwisch versuchte zu arbeiten, doch er kam dabei außer Atem. Er versuchte zu lesen, doch die Buchstaben verwirrten sich ihm. Auch das Reisen, dass er dann versuchte, war schwierig, denn er musste einen Fuß vor den anderen setzen und wusste dann nicht, welcher gerade eben drangewesen war, der eine oder der andere. Ein Baum, den er aufzurichten versuchte, war nicht faßbar. In einem Garten traf er dann eine Frau, die Anarchistin hieß.

Kritisch, sehr kritisch. Das erste Mal Afrika. Alles neu. Alles anders. Was hatte man sonst erwartet von einem Abenteuer? Thinking. Was zu Hause noch anfiel. Rezensionen. Arbeiten. Die neue Anthologie. Der Artikel, der noch nicht fertig war. Aber jetzt war das alles unwichtig. Urlaub. Endlich mal Urlaub. Da, rechts eine Ente. Auch in Afrika eine Ente. Neugier. Was war sonst auch genauso wie zu Hause? So idealistisch war sie immer gewesen, wollte alles gesehen haben, alle Unterschiede bemerkt haben. Aber vielleicht wäre es anders nun leichter. Nur die Ähnlichkeiten aufschreiben, bemerken, sehen. So wäre auch Afrika eher zu verstehen. Aber wäre das so richtig?

Heidi, die Engländerin, war ein Engel. Heute ging sie zur Arbeit, wo sie erfahren hat, dass der Chef tot war. Sie wollte sich vergewissern und eilte sofort zum Zeitungskiosk, wo sie tatsachlich auf der Rückseite der Zeitung vom Tod ihres Chefs gelesen hat.

Liebe Pauline,
Du musst immer pünktlich sein, und auch in der Schule verständnisvoll sein. Hast du bald Urlaub? Entschuldige bitte, wenn ich nicht lesbar schreibe; ich muss auch intelli-genter sein. Du bist sehr nett — bist aber nicht zu ernst. Entschuldige, wenn ich zu offen bin.
Deine Heather

Der Glanz der Haare brachte ein Lachen in die Augen. Ja, Kanada, dachte ich, dorthin gehen zum Heiraten, auf vielen Hochzeiten tanzen und dann abtanzen ins Leben mit Freude.
Auf zu vielen Hochzeiten tanzen wollen.

Neugierig auf England und bereit zu reisen, aber ohne Geld, hatte er Probleme! Zugleich hatte er sich gerade einen Computer gekauft und konnte sich online mit Carol und Christa bekannt machen.
Die Werbung hatte recht gehabt - online: das Tor zur Welt!

Heute gibt es keine Sonne … leider! und es regnet wie immer … und ist kalt. So zittert auch der kleine Igel. Das süße Mädchen, das mit ihrer Oma vorbeikommt, nimmt ihn in die Hände … Die kehren alle drei nach Norden, um sich zu erinnern, dass es sogar kälter sein kann. … Sie haben den Igel gerettet, aber auf dem Weg sind sie auf eine Ameise getreten.

Die junge, andersdenkende Frau lacht immer so gerne. Sie gibt sich immer so exotisch. Sie sagt, dass sie ganz raffiniert ist und tut so draufgängerisch. Sie ist sicher abenteuerlustig und neugierig. Aber ich glaube ihr nicht, denn sie sitzt in der Ecke und knabbert geistesabwesend an einem Apfel.

…. und auch auf Denglisch:
It was a terrible summer that year. Interested in all sorts of energetic pursuits, as well as intent on spending a friedlich and fröhlich time; we ended up having to stay indoors throughout. Shame.

Wie heißen die Personen, die hier beschrieben werden? Welcher Text stammt von Jürg Schubiger?

Conference Organisers: Susan Tebbutt, Astrid Küllmann-Lee, Norbert Pachler, Ulrike Cohen

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Last updated on January 29, 2008 .